Verteilung

Ist das Paket erstellt, dann gilt es dieses auf die Clients zu bringen. War dies in der Zeit von NT4 und Windows 95/98 nur mit entsprechender Zusatzsoftware oder über Loginscript möglich, existieren heute von Seiten des Betriebssystems weitere Optionen. Seit Windows 2000 ist es möglich Pakete über Gruppenrichtlinien automatisch zu installieren und auszuführen.

  • MSI per Gruppenrichtlinie
    Über die Computerrichtlinien können Programme automatisch installiert oder bereit gestellt werden.
  • Startup-Script
    Weiterhin bieten die Gruppenrichtlinien die Möglichkeit, beliebige Scripte beim Start des PCs zu starten. Allerdings bestehen hier einige Einschränkungen, daher sind sie nur bedingt geeignet.

Diese beiden Wege haben Nachteile die oft so schwer wiegen, dass sie, zumindest in grösseren und komplexen Umgebungen, keine wirklich Alternative darstellen.

  • Zeitsteuerung
    Es ist nicht möglich, die Installation zeitlich einfach zu steuern. Natürlich könnte der Administrator eine Gruppenrichtlinie anlegen und diese gestaffelt an bestimmte OU's zuweisen, aber das ist nur ein Notbehelf.
  • Bandbreite
    Es existiert keine wirkliche Bandbreitensteuerung über das Netzwerk. Dies ist besonders wichtig wenn externe Standorte vorhanden sind.
  • Reinstallation
    Funktioniert die Installation des MSI-Pakets nicht (z.B. nicht ausreichend Festplattenplatz) dann wird beim nächsten Start die Installation erneut versucht. Der Begriff "Richtlinie" ist hier so auszulegen, dass der Client es immer wieder versucht, die Vorgaben des Administrators umzusetzen.
  • Kein Push
    Gruppenrichtlinien werden regelmäßig aktualisiert, aber die Installation von Programmen über die Computereinstellungen findet nur statt, wenn der Computer gestartet wird. Bei heutigen Systemen mit Ruhezustand und Standby muss das nicht immer passieren. Es gibt keinen einfachen Weg, die Installation zu forcieren oder gar den Client über LAN zu "wecken".
  • Statusmeldungen
    Wünscht man Statusmeldungen, z.B. über den Stand der Verteilungen oder Fehler, ist das nur mit Zusatztools möglich.

Viele Anbieter von kommerziellen Lösungen sind genau in diese Bresche gesprungen und implementieren diese Punkte in ihre Produkte. Dazu wird meist ein eigener Dienst auf dem Client installiert. Dieser bildet die Schnittstelle zwischen Client und Management Server und kümmert sich um Installation, Inventarisierung, Statusmeldungen...

Ein weiterer, wichtiger Punkt ist die Möglichkeit auch gleich das Betriebssystem installieren zu lassen. Heutzutage geschieht das meistens via Network-Boot (PXE), hierdurch entfällt das umständliche Hantieren mit Boot-CD's und das fehleranfällige Verwalten dieser Medien.

Es gibt auch einen aufschlussreichen Artikel bei Wikipedia zum Thema Softwareverteilung.